Viel Arbeit, aber auch viel Freude

Die Schüler im verkürzten Teilzeitausbildungsgang zum Erzieher (der TV berichtete) an der BBS EHS sind mit Begeisterung dabei. Auch Männer finden so verstärkt den Weg in den Erzieherberuf. Inzwischen ist bereits der zweite Jahrgang gestartet.

Ernährung, Hauswirtschaft und Soziales (BBS EHS) angehende Erzieher ihre Ausbildung begonnen. In dem Modellversuch der Schule lernen die Nachwuchspädagogen in Teilzeit und arbeiten parallel in Kitas, Jugendeinrichtungen oder an Schulen. Den berufsbegleitenden Aufbau gibt es erst seit einem Jahr. Und er ermöglicht eine Verkürzung der Ausbildungszeit von fünf auf drei Jahre.

Im vergangenen Schuljahr traten 33 Lernwillige zum Modellversuch an, 27 von ihnen sind bis heute dabei. Woher kommen die Abbrüche? "Oft stecken persönliche Gründe dahinter, oder das Pensum war aus organisatorischen Gründen nicht zu bewältigen", erklärt Lehrerin Isabelle Marz.

Zweimal die Woche Unterricht

Zweimal die Woche haben die Auszubildenden acht Stunden Unterricht, hinzu kommt mindestens eine Teilzeitstelle und die Lernzeit Zuhause.

Die Schüler in beiden Jahrgängen sind offenbar Überzeugungstäter: Trotz der vielen Arbeit sind sie stolz, dabei zu sein. "Es war ein anstrengendes Jahr. Aber was wir hier mitgenommen haben, hat mich persönlich und beruflich weitergebracht", resümiert zum Beispiel Steffi Monzel, die im vergangenen Schuljahr ihre Ausbildung begann.

In beiden Jahrgängen werden die Modellschüler derzeit in jeweils zwei Klassen unterrichtet. Sie lernen auch gemeinsam mit den Schülern, die die reguläre fünfjährige Ausbildung durchlaufen.

Die angehenden Erzieher haben ganz unterschiedliche Vorbildung. So lernen ehemalige Architekten gemeinsam mit Kachelofenbauern und Kinderkrankenschwestern. Auch die Altersstruktur ist gemischt: Von 20 bis 52 Jahren ist alles dabei.

Zahlenmäßig sind die Frauen zwar vorne, aber auch bei Männern freut sich der Ausbildungsgang zunehmender Beliebtheit. Das berufsbegleitende Teilzeitmodell spreche Männer an, sagt Marz, vor allem wegen der Finanzierung.

Schule und Gehalt

"Vollzeitunterricht hätte ich mir nicht leisten können, aber so habe ich ja noch ein Gehalt", bestätigt Schüler Daniel Rausch. Mit Vorurteilen haben die männlichen Erzieheranwärter bisweilen noch zu kämpfen, die Eltern seien oft skeptisch. "Aber da passiert was, die Akzeptanz wird langsam größer", sagt der 45-jährige Dieter Briesch.

Ob die verkürzte Erzieherausbildung auch nach der fünfjährigen Testphase noch angeboten wird, steht derzeit noch nicht fest. Eine vom Bildungsministerium begleitete Evaluation im ersten Jahrgang soll bei der Entscheidung helfen. "Wir befinden uns in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess", sagt Schulleiterin Martina Groß. lbe

 

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